#sprachlernendesspiel

Ein transkulturelles Theaterprojekt, das die Sprachkompetenz von Schüler*innen, die Deutsch als Fremd- und Zweitsprache lernen, mit theaterpädgogischen Mitteln fördert. Die Teilnehmer*innen leben seit maximal einem Jahr in Deutschland. Durch die Mittel des Theaters soll ihnen eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglicht werden. In wöchentlichen Proben und einer großen Abschlusspräsentation erfahren sie Selbstwirksamkeit auf einer Theaterbühne und lernen, ihre Stimme für sich und andere zu erheben. 

Angeleitet von jeweils  zwei Studierenden des Studiengangs Darstellendes Spiel an der Leibniz Universität Hannover wird in den Theaterproben zu selbst gewählten Themen gearbeitet, die sich aus den Interessen der Teilnehmer*innen ergeben. So kann natürlich das Thema Flucht im Fokus stehen, der Blick in die Zukunft geöffnet oder aber das eigene Verständnis von Demokratie und Teilhabe auf der Bühne verhandelt werden. Die Schüler*innen erarbeiten pro Gruppe eine Szene, eine Collage oder ein Stück, das am Ende des Schuljahres als gemeinsame Präsentation in der großen Aula der Leonore-Goldschmidt-Schule aufgeführt wird.

Aufbau 

Innerhalb einer Kooperation zwischen der Gesellschaft für Theaterpädagogik, der Leibniz Universität Hannover und der Leonore-Goldschmidt-Schule werden die Studierenden als angehende Lehrkräfte für das Fach Darstellendes Spiel (Bachelor und Master-Absolvent*innen des Studiengangs Darstellendes Spiel) auf das Projekt vorbereitet. Sie werden befähigt, im Tandem Theaterworkshops mit Schüler*innen aus verschiedenen Sprach- und Kulturräumen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren durchzuführen.  Somit ist #sprachlernendesspiel ein wechselseitiges Lernprojekt: die Studierenden vermitteln den Schüler*innen die Kunstform Theater und die deutsche Sprache. Gleichzeitig sammeln die Studierenden in ihren Sprachlernklassen theaterpädagogische Praxiserfahrungen und lernen, dass die Leitung eines Theaterprojekts weitaus mehr als die bloße Wissensvermittlung bedeutet.

Dieses Angebot geht über den regulären Unterricht hinaus; die Schule dient jedoch als ein wichtiger Bezugspunkt, um die neuen Sprachlerner*innen zu erreichen.

Die Arbeit von #sprachlernendesspiel gliedert sich in drei Projektebenen

Ziele 

Über die Ziele der theaterästhetischen Bildung und Sprachvermittlung werden weitere positive Nebeneffekte erreicht. Das Ausprobieren von Sprache und Verhalten im geschützten Bereich der Bühne bis hin zur Aufführung stärkt die Schüler*innen immens in ihrer Persönlichkeit. Sie selbst erkennen nach der Aufführung, dass das Projekt auf verschiedenen Ebenen wirkt. Auf der Bühne werden Sie nicht nur von den anderen Teilnehmer*innen des Projekts beklatscht, sondern auch Mitschüler*innen der Regelklassen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern und Freund*innen applaudieren den Teilnehmer*innen zur gelungenen Aufführung. 

Ablauf

 

Probenbeginn

Bergfest

Abschlusspräsentation

Netzwerktreffen

Entstehung

#sprachlernendesspiel wurde 2014 an der Leonore-Goldschmidt-Schule in Hannover ins Leben gerufen. Im ersten Durchgang wurde eine Sprachlernklasse von einer Theaterpädagogin und einer Studentin des Fachs Darstellendes Spiel in Hannover angeleitet. Im Schuljahr darauf konnte die Leibniz Universität Hannover als fester Projektpartner gewonnen werden, um eine Vielzahl hochmotivierter Studierender ans Projekt zu binden. 2017 konnte #sprachlernendesspiel bereits fünf Sprachlernklassen an verschiedenen Schulen der Region Hannover  ermöglicht werden. Seit 2018 sind es 10 Klassen, die von jeweils zwei Studierenden angeleitet werden.