Handlungsstrategien und Praxistipps für die Theaterarbeit mit Sprachlernenden

>> Durch die ausgesprochene Diversität in den Sprachlernklassen haben sich im Projekt bestimmte Ansätze und Handlungsstrategien in der theatralen Praxis gruppenübergreifend bewährt. Grundsätzlich muss die Funktion von Sprache in Übungen und dem gesamten Probenprozess aufmerksam geprüft und angepasst werden. Ziel sollte es sein, in klaren, kurzen Sätzen zu sprechen, ohne in foreigner talk zu verfallen. Außerdem sollte jederzeit überlegt werden, ob eine verbale Erklärung überhaupt notwendig ist. Erforderlich hingegen ist eine Grundhaltung, die die Kommunikation mit Sprachlernenden nicht als Hürde versteht, sondern als Chance und Wachstumspotential. Außerdem müssen durch die unterschiedlichen Lernstände der Spielenden in allen Belangen grundsätzlich individuelle Differenzierungen vorgenommen werden, die präzise Vorbereitung, aufmerksame Beobachtung und Flexibilität erfordern. So können transkulturell verständliche, subjektorientierte und inklusive Vorgehensweisen im Theaterprozess ausprobiert werden, die auf bekannten theaterpädagogischen Methoden aufbauen [...]<<

Theaterarbeit mit Sprachlernenden: Das Projekt #sprachlernendesspiel in Hannover

Zeitschrift für Theaterpädagogik "Didaktische Positionen", Heft 75

https://www.schibri.de/zei-75/zeitschrift-fuer-theaterpaedagogik-ausgabe-75

>> Bei #sprachlernendesspiel wird die Theaterarbeit nicht vordergründig zur Sprachbildung verwendet, der Akzent liegt stärker auf den künstlerischen Wahrnehmungs- und Gestaltungsprozessen der Theaterarbeit selbst. Das Projekt bereichert und ergänzt den gesteuerten Spracherwerb in der Sprachlernklasse, soll ihn aber keineswegs ersetzen. Vielmehr bietet das Projekt zahlreiche handlungsbezogene Kommunikationsgründe und -strategien, die in einem theatralen Schutzraum spielerisch erprobt werden können. Die positiven Effekte der Sprachförderung werden erreicht, ohne dabei die Theaterarbeit dem Ziel der sprachlichen Bildung unterzuordnen. Voraussetzung dafür ist, dass die Unterrichtsgestaltung und die theatralen Methoden auf die Sprachlernenden angepasst werden, damit Stärken ästhetisch sichtbar werden können [...] <<